Abteilung Ski

 

Zehn Jahre nach der Vereinsgründung am 7. September 1969 hatten sich an die 50 Skisportbegeisterte im Cafe Sonnenhügel zusammengefunden um die Skisparte als zweite HSV-Abteilung ins Leben zu rufen. Zum ersten Spartenleiter gewählt wurde Sepp Ehrensberger, der der Abteilung insgesamt zehn Jahre vorstand.
Dabei hätte die Skiabteilung durchaus einige Jahre älter sein können. Bereits vier Jahre zuvor hatten Bad Heilbrunns Ski-Enthusiasten eine Abteilung unter dem Dach des Bad Heilbrunner Sportvereines beantragt, doch konnte sich die damalige Mitgliederversammlung nicht dazu durchringen, dem Antrag stattzugeben. Erst als es sich Edmund Scharpf, seinerzeit Lehrer an der Bad Heilbrunner Volksschule entschloss, beim "Hansenbauer" in der Stallau einen Schlepplift zu bauen, keimte neue Hoffnung. Am 7. September 1969 war es endlich soweit: Bad Heilbrunn hatte "seinen Skiclub".
Bereits einen Monat danach nahmen Bad Heilbrunns Skipioniere im Kindergarten die Skigymnastik auf und noch vor der Jahreswende erfolgten bei damals besten Schneeverhältnissen die ersten Skikurse am neuen Lifthang. Noch im gleichen Winter richtete die neugegründete Abteilung dann auch schon ihren ersten Wettkampf aus. Zwei Jahre später begann die HSV-Skisparte mit alpinem Renntraining für die Kinder der Kurgemeinde. Erste Erfolge zeigten sich in den folgenden Jahren bei Gaurennen und Gaumeisterschaften, wo mehrere HSV-Jugendliche an den Start gingen. Der erste Skivergleichskampf mit mehreren Nachbarvereinen stand erstmals 1973 im Terminkalender des "Skiclubs".
Acht Jahre nach der Vereinsgründung weitete der Skiclub sein sportliches Angebot aus und nahm Langlauf in sein Programm auf. Für die gewünschte Loipe sorgte eine Schneekatze die 1972 unter Ehrensbergers Nachfolger Wolfgang Heidenreich gegen das noch immer in Betrieb befindliche Loipenspurgerät ausgetauscht wurde.
Einschneidend wirkten sich ab Mitte der 80er Jahre die schneearmen Winter auf die sportlichen Aktivitäten des Vereines aus. 1990 führte der dauerhafte Schneemangel zum Abbau des Bad Heilbrunner Skiliftes, womit Bad Heilbrunn über keinen eigenen Übungshang mehr verfügte. Die Vereinsverantwortlichen kompensierten dies jedoch mit zahlreichen Skitagesfahrten in der Wintersaison.
Vor allem der Förderung des Nachwuchses im Bereich des Breitensportes hat sich Bad Heilbrunns Skiabteilung verschrieben und führt seit vielen Jahren in ortsnahen Skigebieten die immer stark frequentierten Kinderskikurse durch. Doch auch im Rennsportbereich sind die "Grün-Weißen" Skifahrer aktiv und bauten eine Kinderrenngruppe auf. Ermöglicht wurde dies durch mehrere engagierte Übungsleiter, deren Ausbildung durch die Abteilung finanziell unterstützt wurde.
Auch im geselligen Bereich wurden die wintersportbegeisterten HSV-ler schon früh tätig. Mit der erstmals 1972 durchgeführten Skigungl bereicherten sie das damals noch rege Faschingstreiben des Badeortes und mit dem, seit dem zehnten Spartengeburtstag regelmäßig in der Vorweihnachtszeit stattfindenden "Hoagascht" sorgten sie auch im kulturellen Bereich für eine Attraktion.
Skilauf aus der Taufe gehoben - Fußballer bekommen sportliche Konkurrenz -Tölzer Kurier vom 11.09.1969 - Von unserem Mitarbeiter Walter Salomon
Die Heilbrunner Skifahrer haben sich organisatorisch zusammengeschlossen, und zwar in einer Skiabteilung des Bad Heilbrunner Sportvereins, der nun im elften Jahr seines Bestehens eine sportliche Konkurrenz gegenüberstellen kann. Selbstverständlich schließt eines das andere nicht aus und so wird man den Spielfeld-Matadoren sicher auch auf den Pisten begegnen. Vorstand Frech war sichtlich guter Dinge, als er zur überraschend gut besuchten Gründungsversammlung die Wintersportfreunde begrüßen konnte. Durch Ihre Anwesenheit sorgten Bürgermeister Kolb und verschiedene Gemeinderatsmitglieder für eine gute "Optik" bei der Gründung. Ihr Initiator Sepp Ehrensberger gab einleitend die Absicht bekannt, keine "Ski-Kanonen" züchten zu wollen, sondern für das Skifahren als eine Art Familiensport zu werben. Die Bemühungen um eine entsprechende Erweiterung des Bad Heilbrunner Sportvereins lägen bereits vier bis fünf Jahre zurück, meinte Vorstand Frech, doch fand sich damals niemand für weitere Initiativen. Die im vergangenen Jahr erfolgte Inbetriebnahme eines Ski-Liftes in Hinterstallau habe dem Vorhaben neuen Auftrieb gegeben. Durch die von Lehrer Edmund Scharpf geschaffenen Voraussetzungen schien eine Weiterverfolgung der ursprünglichen Idee möglich. Sepp Ehrensberger hat diese Idee nach Kräften in die Tat umzusetzen versucht. Dies aber führte ihn mit einem einmütigem Votum seiner Freunde in das Amt des Spartenleiters. Zum Übungsleiter wurde – wie ebenfalls nicht anders zu erwarten – Edmund Scharpf berufen. Ebba Soukup wird als Kassiererin der Skifahrer die finanzielle Grundlage sichern helfen und dabei Hauptkassier Günther Neubert in seiner auf ihn zukommenden Mehrarbeit unterstützen. Franziska Schwer wurde zur Jugendleiterin berufen. Wolfgang Heidenreich wurde zum Stellvertreter des Spartenleiters gewählt. Bürgermeister Josef Kolb bekundete sein und der Gemeinde Interesse an der bevorstehenden Belebung des Sportlebens in Bad Heilbrunn. Er gab der neuen Abteilung des Bad Heilbrunner Sportvereins alle guten Wünsche mit auf den Weg, dem Vorhaben möge der angestrebte Erfolg beschert sein. Vorstand Anton Frech dankte dem Gemeindeoberhaupt für seine ideelle Starthilfe und erklärte, dass man um die Stärkung des Sportlebens bemüht sein werde. Der Sportverein hoffe auf die baldige Fertigstellung des Hartplatzes an der Schule sowie der Hundertmeter-Bahn. Mit der Erörterung organisatorischer Einzelfragen wurde die Gründungsversammlung fortgesetzt und mit einer würdigen "Feier des Tages" beschlossen.